
- Die neue Olympus OM-D - neuste Technik im beliebten Retro-Design und die OM 1 von 1971
Noch vor wenigen Jahren kaum ein Thema, jetzt jedoch redet man schon vom Ende der Spiegelreflexkamera. Was rollt da auf uns zu ?
Eigentlich fing die Fotografie seinerzeit auch ganz ohne Spiegel an. Man beurteilte das Bild (wie heute wieder) direkt auf dem Sensor, pardon, der Mattscheibe. Diese wurde nach dem Motiv finden und Einstellen dann gegen eine empfindliche Platte ausgetauscht. Ein mühsamer Vorgang, insbesondere, wenn man noch andere Objektive wechseln wollte. Außerdem fast unerlässlich: das schwarze Tuch, damit man bei Tage sein Motiv überhaupt erkennen konnte. Später gab es dann optische Durchsichtsucher, einen Rahmen mit einer Kimme, damit man besser zielen konnte. Die besseren hatten schon einen Sucher aus Glas. Jedoch gab es immer auch Ungenauigkeiten. das Sucherbild stimmte nicht genau mit dem späteren Foto überein.
Da hatte dann jemand die rettende Idee, zwischen Optik und Film einen Spiegel zu setzen, der im heruntergeklappten Zustand das Bild oberhalb des Films in ein seitenrichtiges Abbild verwandelte und beim Fotografieren nur kurz hochgeklappt werden musste. So konnte man bei jedem unterschiedlichen Objektiv und Abstand Schärfe und Bildausschnitt ganz gut bestimmen. Diese Technik wurde bis zum heutigen Tage ständig verbessert und weitergeführt, meist in den hochwertigen Kamerasystemen. Noch heute glaubt daher so mancher Fotofreund, bei richtigen Kameras steht Spiegelreflex drauf.
Nun im Zeitalter der Digitalfotografie kann man aber das auf dem Bildsensor entstehende Bild direkt zur Bildbeurteilung ansehen. Seit kurzer Zeit kann man das elektronische Bild auch zusätzlich zum aussen liegenden Display in einen optischen Sucher zwingen. Bisher war dieses recht mickrig und grobpixelig, bisher.......
Mit den neuen spiegellosen Systemkameras, einen griffigeren Namen gibt es noch nicht, Spiegelfrei wäre nicht schlecht; hat sich aber vieles geändert. Die Sucher bei Sony und Olympus sind brillant wie ein optischer Sucher, kaum noch ein Pixelgefühl, zudem zeigen sie das Bild so, wie es höchstwahrscheinlich auch werden wird. Belichtungskorrektur und Weißabgleich in Echtzeit sozusagen. Wo es schummrig wird, zeigt der elektronische Sucher noch ein helles Bild. Öediglich, wenn es draußen besonders hell ist, wirkt der Elektrosucher nicht ganz so brillant. Der bedeutende Vorteil aber ist die deutlich geringere Größe der Spiegellosen. Nicht nur der Spiegelkasten, auch die Sucherprismen fallen weg. Da der klappende Spiegel auch einen größeren Abstand zum Film bzw. Sensor haben musste, sonst kann er nicht klappen, mussten auch die Objektive meist mit Umwegen konstruiert werden. Was gemeint ist, weiß man, wenn man ein Leica R Superweitwinkel 15 mm mit einem Heliar 15 mm einer Bessa L vergleicht... die Konstruktion der Objektive für Reflexkameras ist erheblich aufwändiger.
Da die meisten Spiegelfreien einen kleineren Sensor als das früher übliche Kleinbildformat haben, sind die Objektive deshalb nochmal erheblich kleiner. Ein 75-300 mm Zoom-Objektiv von Olympus ist nur so groß wie ein früher gängiges 135 mm Tele, hat aber die optische Wirkung wie ein 150-600 mm Supertele. So etwas kostete seinerzeit nicht nur viel Geld sondern war auch höchst unhandlich und schwer. Beliebt ist auch wieder das "Pancake", ein handliches flaches Standardobjektiv, das fast alle Hersteller dieser Kameragattung im Programm haben.